29. November 2018, Villa Bonn: Business Lunch mit Frank Sibert, BNP Paribas Deutschland

« Nachhaltige Finanzwirtschaft?
Eine Vorstellung von Chancen und Risiken für die Finanzwirtschaft,
am Beispiel von BNP Paribas »

Als Referenten hatten wir Herrn Frank Sibert, verantwortlich für Sustainable Finance bei BNP Paribas Deutschland, gewinnen können. BNP Paribas ist eines der Institute, die dieses Thema weltweit sehr aktiv vorantreiben.

Unser Termin hätte kaum besser und aktueller liegen können, gerade ein paar Tage vor der Konferenz in Kattowitz. Herr Sibert hielt einen sehr guten Vortrag, untermauert mit vielen Daten, der die stringente Geschäftspolitik der BNP Paribas unterstrich. Dabei spielt die Klimapolitik für alle eine große Rolle, ob direkt oder indirekt über die Folgen in der Umwelt sowohl bei Kunden als auch bei Lieferanten. BNPP ist in mehr als 70 Ländern vor Ort vertreten und zeigt daher überall ein großes Engagement bei der aktiven Umsetzung einer neuen Klimapolitik.

 

Der Vortrag hatte folgende Themen:

  • Der Klimawandel und wie man seine Wirkungen angehen sollte
  • EU Nachhaltigkeits-Maßnahmen-Plan für den Finanzsektor und kommende Initiativen
  • BNPP, genannt als beste Bank für „Sustainable Finance“, mit ihren Beiträgen, Kommitments sowie ihren Produkten zu den SDGS (Sustainable Development Goals)
  • Erfolgreiche Platzierung von „Sustainable Finance“ Produkten mit und bei der Kundschaft

Die Präsentation ist beigefügt (PDF) und kann auf der Webseite des Clubs eingesehen werden.

Moderation: Johannes Schmid

 

  • Wichtige Fragen und Beiträge:
  1. Rolle und Bedeutung des „Finance Framework“ der Bank bei der Umsetzung im Geschäft
  2. Welche Länder sind führend?
    Holland und die „Nordics“ sind sehr stark engagiert. Deutschland hängt bekanntermaßen immer mehr zurück. Deutschland setzt viel zu langsam um, Frankreich dagegen agiert viel schneller in der Umsetzung durch neue Regeln.
  3. Ratingagenturen für Nachhaltigkeit bewerten gezielt die Unternehmen. Die traditionellen Ratingagenturen haben jedoch ebenfalls begonnen, Nachhaltigkeit in ihr Rating mit einzubeziehen.
    Im Private Equity Geschäft und bei deren Europäischen Verband werden inzwischen auch die Nachhaltigkeit von den Unternehmen, die PE nachfragen, bewertet und in die Risikoanalyse mit einbezogen.
  4. Die Strafen für VW in USA zeigen auch, dass in den USA Vergehen gegen Umweltregeln sehr streng bestraft werden.
  5. Die Folgen von Sustainable Finance sind auch daran zu sehen, dass bestimmte Sektoren kaum neue Finanzierungen finden und Banken aus diesen Sektoren aussteigen, indem sie kein neues Geschäft mehr anbieten (z.B. Tabak, Kohle, etc.)
  6. Ausrichtung der Unternehmen in Richtung Umwelt wird bereits seit viele Jahren betrieben (z.B. Porfolio Siemens), wobei zu dieser Zeit eine vergleichbare Stringenz wie bei der BNPP noch nicht zu sehen war.
  7. Beeinflussung, Ansprache und Erziehung von den Mitarbeitern in den Firmen als „umweltgerechte“ Verbraucher
  8. Dieselaffäre: Trotz offizieller Kritik der Politik wird Diesel noch immer subventioniert?
    Bei dieser Frage wurde auch deutlich, dass das Thema „Nachhaltigkeit“ leider auch sehr oft politisch, ideologisch missbraucht wird und auch oft die grundlegenden Fakten und Gegenüberstellungen fehlen. Ist das E-Auto wirklich die (alleinige) Lösung?

 

Wir bedanken uns bei Herrn Sibert für seinen sehr aktuellen und fundierten Vortrag, sein wirklich aktives Eingehen auf unsere Fragen und intensive Beteiligung an unserer Diskussion.

Vielen Dank auch an die Teilnehmer für die angeregte Diskussion, den lebhaften und toleranten Meinungsaustausch bei diesem doch oft schwierigen Thema.

Wir hatten ein wirklich sehr interessantes und lebhaftes „Déjeuner d´Affaires“ zum Jahresende 2018.

  • Johannes Schmid