Bericht vom Dienstag 22. September 2015 : Business Lunch zum Immobilienmartkt mit A. Völker, BNP Paribas

„Gewerbe-Immobilienmarkt Deutschland: Die Entwicklung seit 2013 und aktuelle Trends auf dem Investmentmarkt“

Nach unserem ersten Déjeuner d´affaires mit Herrn Völker im September 2013 hat auch dieses Mal das Thema wieder sehr große Resonanz gefunden, so dass wir mit dem Erreichen von unserem Maximum von 25 Teilnehmern leider auch einigen Interessenten absagen mussten.

Nach einer kurzen Vorstellung von BNP Paribas Real Estate Deutschland & International über die Aktivitäten und die exzellente Position im deutschen Markt für Gewerbeimmobilien gab Herr Völker einen sehr guten Impulsvortrag zu unserer Diskussion. Herr Völker ist Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate Deutschland und Leiter des Bereichs Consulting & Valuation.

Die Folien der Präsentation in englischer Sprache sind dem Bericht zur weiteren Information beigefügt.

Wichtige Punkte seiner Ausführungen:

(Zahlen und Graphiken in der beigefügten Präsentation)

1. Investmentmarkt Deutschland mit Beispielen von Transaktionen

2. Investmentmarkt Frankfurt

3. Europäische Investmentmärkte

4. Ausblick, Perspektiven

Ad 1:

Deutscher Markt: Das wirtschaftliche Umfeld seit 2013 in Deutschland hat die sehr gute Entwicklung des gewerblichen Immobilienmarktes stark unterstützt und zu einer „Rekordstimmung“ geführt, die auch noch in 2016 anhalten wird. Wichtige Gründe für Investitionen in den deutschen Markt sind daneben z. B. hohe Rechtssicherheit, Zinsumfeld, fehlende Anlagenalternativen, relativ stabile Renditen im Vergleich zu London und Paris, gestiegener Dollarkurs, diversifizierte regionale Struktur des Marktes, gute Vermietungsmärkte und hohe Liquidität des Marktes.

Weitere Entwicklungen:

  •  wichtigste Teilsegmente weiterhin der Büro- und der Einzelhandels- Markt
  • Anstieg von Portfolioinvestments.
  • steigender Anteil ausländischer Investoren von jetzt über 50%
  • sinkende Renditen

Aufgrund der niedrigen Zinsen zeigt der Immobilienmarkt noch hohe Risikoprämien. Regional ist München weiterhin der teuerste Markt, Berlin hat jedoch stark auf geholt.

Beispiele von interessanten Transaktionen sehen Sie auf den Seiten 19 / 20 der Präsentation.

Ad 2:

Frankfurt hatte ein deutlich über den deutschen Durchschnitt liegendes Wachstum. Besonders 2014 war ein Superjahr, das auch in 2015 wiederholt werden könnte. Die Branche arbeitet unter Hochdruck. Die Spitzen-Mieten/qm liegen bei 37 € in Frankfurt, 25 € in Berlin und bei 38 € in München. Mit Abstand wichtigstes Segment in Frankfurt ist der Büromarkt mit einem sehr hohen ausländischen Investorenanteil.

Ad 3:

Europäischen Märkte: Wichtigster Markt ist weiterhin England jetzt gefolgt von Deutschland, danach kommen dann Frankreich und bereits Spanien, das sich sehr gut erholt hat. Frankreich ist jedoch etwas zurückgefallen.

Ad 4:

Ausblick: Herr Völker ist sehr zuversichtlich, dass die gute Entwicklung weiter anhält. Wichtige Gründe dafür sind u.a. die sehr stabile Finanzlage der Investoren mit sehr hohen Eigenkapitalquoten von zum Teil über 50%, zunehmende Anzahl von Investoren, anhaltend günstiges Finanzierungsumfeld, pan-europäische Paket- / Portfoliotransaktionen, steigende Anzahl ausländischen Investoren.

Fragen und Beiträge:

o Regionale Märkte wie Leipzig wachsen auch wegen der Akzeptanz höherer Risiken

o Bank-Finanzierung kann noch wachsen, obwohl Banken heute kritischer sind als beim letzten Immobilienboom vor der Finanzkrise in 2008/9

o Umwelt / Energie- Themen sind Standard geworden und spielen daher keine Sonderrolle mehr

o Miet-Leerstände unterstreichen das gestiegene Risiko und die weitere Segmentierung des Marktes

o Neue Nutzungskonzepte durch sinkende Mieten durch Umwandlung in Wohnraum

o Investoren aus Asien steigen von einen niedrigen Anteil relativ stark an

o Sales & Lease Back sind weniger von Bedeutung

o Steuerliche Themen und Faktoren immer wichtig bei der Bewertung.

Wir bedanken uns wieder bei allen Teilnehmern für ihre rege und aktive Teilnahme an der Diskussion und dem offenen Meinungsaustausch. Herzlichen Dank auch an Herrn Völker für seinen sehr fundierten Vortrag und seine klaren Antworten und Kommentare.

Moderation und Zusammenfassung von Johannes Schmid, zuständig für die Organisation der Business Lunches beim Club des Affaires de la Hesse